Helfen ist schwierig, sich helfen lassen
auch
Dr. med. Hans-Ruedi Banderet-Richner, Präsident des Basler Fördervereins
für medizinische Zusammenarbeit
Zusammenarbeit Basel-Prijepolje
Seit Anfang 2003 besteht eine Kooperation zwischen dem Gesundheitszentrum
Prijepolje in Serbien und dem Basler Förderverein für medizinische
Zusammenarbeit. In dieser Zeit sind bereits zwei Seminare abgehalten
worden; das zweite vom September 2004 galt schwerpunktmässig
der Früherkennung des Mammakarzinoms und richtete sich auch an
die Öffentlichkeit. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Mammografen
im Spital sollte auch die Bevölkerung auf diese Untersuchungsmethode
aufmerksam gemacht werden. Weiter sind in diesen Jahren zwei 40-Tonnen
LKWs mit Wäsche und medizinischen Hilfsgütern aus Basel
nach Prijepolje gefahren worden und mehrere Gastarztbesuche von Serbien
nach Basel rundeten den Austausch ab.
Schwierigkeiten
Prijepolje liegt tief im Balkan, sechs Eisenbahnstunden von Belgrad
entfernt an der südwestlichen Peripherie Serbiens. Das Spital
garantiert die Grundversorgung der Bevölkerung, hat aber keinen
nennenswerten medizinischen Ausbildungsauftrag. Das Personal hat kaum
Aussichten auf ein berufliches Weiterkommen. Die Mitarbeiter bleiben
jahrelang auf ihren Stellen und es stossen nur selten neue innovative
Kräfte dazu. So erstarren die Strukturen. Mangelnde Dialogfähigkeit
und gelegentliche persönliche Streitigkeiten unter den einzelnen
Exponenten erschweren den Zugang. So ist es uns zum Beispiel noch
nicht ermöglicht worden, das verwahrloste und patientenunwürdige
Psychiatriegebäude zu renovieren. Trotz diesen Schwierigkeiten
verfolgen wir dieses dringliche Renovationsprojekt beharrlich weiter.
Ressourcen
Die Leute in der Sandjak-Region sind temperamentvoll, warmherzig und
gastfreundlich. Sie leben in einer schwierigen sozio-ökonomischen
Lage, liegt doch die Wirtschaft nach langen Jahren des Boykotts darnieder,
und viele Industrieanlagen sind seit dem letzten Krieg zerstört.
Die Arbeitslosigkeit von über 40% ist enorm! Trotz diesen riesigen
Problemen lebt die zur Hälfte muslimische und zur Hälfte
christlich-orthodoxe Bevölkerung gewaltfrei, wenn auch nicht
spannungslos zusammen. Auch während der heissen Kriegsjahre kam
es in Prijepolje zu keinen Gewaltakten, im Gegenteil, die ethnisch
gemischte Bevölkerung nahm hunderte von Flücht-lingen aus
dem nahen Kosovo auf. Gerade aus dem Spital kamen in jener Zeit viele
friedenserhaltende Impulse. Dieser kurze Exkurs in die jüngste
Geschichte begründet unseren Respekt vor der Bevölkerung
und den Mitarbeitern ihres Gesundheitszentrums. Wir sind weiter motiviert,
trotz den Erschwernissen die Zusammenarbeit mit unseren Spitalpartnern
voranzubringen. Humanitäre Arbeit soll auch unter schwierigen
Voraussetzungen gelingen können.
Mithilfe!
In diesem Projekt steckt eine grosse Herausforderung. Vom 19. –
24. September 2005 findet ein drittes Seminar statt, das der präventiven
Medizin, im Besondern der Verhinderung der HIV-Übertragung gewidmet
sein wird. Dazu brauchen wir weitere Mitarbeitende, serbokroatisch
sprechende sind natürlich besonders willkommen. Wie immer ist
jede finanzielle Unterstürzung hilfreich und wird direkt unseren
Partnern und ihren Patienten zu Gute kommen.
Unser Konto: CS Basel-Spalenberg, Basler Förderverein für
medizinische Zusammenarbeit, Konto 30-3200-1 zugunsten von 384295-10.