Jahresbericht des Präsidenten

 

Basel 15. Feb.2001

 

 

 

 

Basel, im November 2000

 

 

Jahresbericht 1999/2000

 

Gerne berichte ich Ihnen über den Fortgang unserer beiden Projekte im Baltikum und in Sambia sowie über unsere Vereinsaktivitäten in Basel.

 

 

In unserem Lettland-Projekt vollzieht sich eine Wende. Nach achtjähriger, intensiver Zusammenarbeit sind wir mit unseren Partner in Talsi in West-Lettland übereingekommen, dass wir Basler unsere Initiative zurücknehmen und uns auf eine Förderung der Weiterbildung beschränken. Auf diese Weise möchten wir den Kontakt mit unseren Kollegen in Talsi warm behalten. Damit der Basler Förderverein seine Lettland-Erfahrung weiterhin produktiv nützen kann, hat er nach eingehender Evaluation beschlossen, eine neue Partnerschaft mit der Spitalregion Rezekne in Ost-Lettland aufzubauen. Zu diesem Zweck reiste Ende Oktober eine zwölfköpfige Gruppe nach Rezekne zur ersten Kontaktaufnahme. Wir Basler haben die feste Absicht, unsere Kolleginnen und Kollegen aus Talsi in die neue Partnerschaft einzubeziehen. Somit wechselt das Spital Talsi aus dem Nehmer-Status in den Geber-Status und - so hoffen wir - wird eine lettisch-lettische Selbsthilfe angestossen. An der Generalversammlung werden wir von unseren Eindrücken aus Ost-Lettland berichten.

 

Doch bevor wir unsere Hilfsanstrengungen nach Osten verlagern, sind in diesem Jahr in Talsi noch einige Teilprojekte realisiert worden: ein zweiwöchiger Kurs in Spitalmanagement ist von der Equipe um Herrn Nils Undritz, ein einwöchiger Kurs in Entwicklungspädiatrie von Herrn Dr. Holz erteilt worden. Jody und Andreas Stähelin empfingen eine vom Schicksal besonders hart getroffenen Ärztefamilie zu einem dreiwöchigen Ferienaufenthalt und Christian Fliegel ermöglichte ein zweimonatiges Radiologie-Stage für eine lettische Kollegin. Eine neue Erythrozyten-Zentrifuge für das Transfusionszentrum konnte dank der Unterstützung der Staatlichen Kommission für Entwicklungshilfe des Kantons Basel-Stadt angeschafft werden und Ende September wurde die vorerst letzte Materialsendung mit vielen elektronischen Geräten für die intensivmedizinische Überwachung nach Talsi geschickt; man beachte den Technologiesprung, enthielt doch eine der ersten Materialsendungen vorwiegend Gipsbinden!.

 

 

Unsere Afrika-engagierten Mitglieder bringen im Spital Kashikishi in Nord-Sambia ihre Aufbau- und Unterhaltsarbeit kontinuierlich voran. Sie dürfen sich über schöne Teilerfolge freuen: die Renovation der Wasserversorgung ist erfolgreich abgeschlossen, im Oktober 2000 erfolgt die totale Erneuerung der Elektroinstallationen. Im Spital Kashikishi ist eine neue Röntgenanlage in Funktion, dies danke der Initiative von Andy Nidecker und einer Teilfinanzierung der Gemeinde Reinach/BL. Die Anästhesiefachleute Caroline Stade und René Fehlmann haben einen modernen Anästhesiedienst organisiert, das nötige Material beschafft und das Know-how weitergegeben. Auch die Rotarier und Förderverein-Mitglieder Rolf Metzger und Urs Herzog setzen ihre Aufbauarbeiten im Bereiche Zahnmedizin und Chirurgie zielstrebig fort. Erwähnenswert bleibt die Medikamentenversorgung an das Spital Kashikishi mit einem Halbjahresbedarf. An der Generalversammlung wird Tommi Renz über die neuesten Eindrücke und Entwicklungen mündlich berichten; er wird dann direkt von seiner letzten Mission zurück sein. Er ist das Herz dieses Projektes und besitzt dank seiner vielen Reisen den differenziertesten Überblick.

 

 

Im kommenden Jahr 2001 steht ein Grossanlass bevor: "Afrika in Basel und Basel in Afrika" wird eine Veranstaltung werden, in der viele in Afrika engagierte Organisationen und Institutionen ihre Arbeit vorstellen. Diese reiht sich in die Manifestationen der 500-Jahr-Feier der Aufnahme des Standes Basel in die Eidgenossenschaft ein und soll die vielfältigen Beziehungen zwischen Afrika und Basel aufzeigen. Andy Nidecker präsidiert das Unterstützungskomitee dieses Afrika-Events und wir freuen uns jetzt schon auf tolles Erlebnis.

 

 

An alle Aktivmitglieder, Gönner, Institutionen und Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich möchte ich meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ihre Unterstützung ist essentiell wichtig und macht Mut, die Projekte fortzusetzen. Ich spüre unter den Aktiven eine grosse Unternehmungslust und einen starken Willen, Neues in Angriff zu nehmen.

Ich wünsche uns viel Mut, Ausdauer und Kreativität, die geschilderten Aufgaben - nutzbringend für die benachteiligten Menschen in den Projektländern und bereichernd für uns - weiter voran zu bringen.

 

 

Dr. Hans-Ruedi Banderet-Richner

Präsident