Basel,
im November 2000
Jahresbericht
1999/2000
Gerne berichte ich Ihnen über den Fortgang
unserer beiden Projekte im Baltikum und in Sambia
sowie über unsere Vereinsaktivitäten in
Basel.
In unserem Lettland-Projekt vollzieht sich
eine Wende. Nach achtjähriger, intensiver
Zusammenarbeit sind wir mit unseren Partner in
Talsi in West-Lettland übereingekommen,
dass wir Basler unsere Initiative zurücknehmen
und uns auf eine Förderung der Weiterbildung
beschränken. Auf diese Weise möchten wir den
Kontakt mit unseren Kollegen in Talsi warm behalten.
Damit der Basler Förderverein seine
Lettland-Erfahrung weiterhin produktiv nützen
kann, hat er nach eingehender Evaluation beschlossen,
eine neue Partnerschaft mit der Spitalregion
Rezekne in Ost-Lettland aufzubauen. Zu diesem
Zweck reiste Ende Oktober eine zwölfköpfige
Gruppe nach Rezekne zur ersten Kontaktaufnahme. Wir
Basler haben die feste Absicht, unsere Kolleginnen und
Kollegen aus Talsi in die neue Partnerschaft
einzubeziehen. Somit wechselt das Spital Talsi aus dem
Nehmer-Status in den Geber-Status und - so hoffen wir
- wird eine lettisch-lettische Selbsthilfe
angestossen. An der Generalversammlung werden wir von
unseren Eindrücken aus Ost-Lettland
berichten.
Doch bevor wir unsere Hilfsanstrengungen nach Osten
verlagern, sind in diesem Jahr in Talsi noch einige
Teilprojekte realisiert worden: ein zweiwöchiger
Kurs in Spitalmanagement ist von der Equipe um Herrn
Nils Undritz, ein einwöchiger Kurs in
Entwicklungspädiatrie von Herrn Dr. Holz erteilt
worden. Jody und Andreas Stähelin empfingen eine
vom Schicksal besonders hart getroffenen
Ärztefamilie zu einem dreiwöchigen
Ferienaufenthalt und Christian Fliegel
ermöglichte ein zweimonatiges Radiologie-Stage
für eine lettische Kollegin. Eine neue
Erythrozyten-Zentrifuge für das
Transfusionszentrum konnte dank der Unterstützung
der Staatlichen Kommission für Entwicklungshilfe
des Kantons Basel-Stadt angeschafft werden und Ende
September wurde die vorerst letzte Materialsendung mit
vielen elektronischen Geräten für die
intensivmedizinische Überwachung nach Talsi
geschickt; man beachte den Technologiesprung, enthielt
doch eine der ersten Materialsendungen vorwiegend
Gipsbinden!.
Unsere Afrika-engagierten Mitglieder bringen im
Spital Kashikishi in Nord-Sambia ihre Aufbau-
und Unterhaltsarbeit kontinuierlich voran. Sie
dürfen sich über schöne Teilerfolge
freuen: die Renovation der Wasserversorgung ist
erfolgreich abgeschlossen, im Oktober 2000 erfolgt die
totale Erneuerung der Elektroinstallationen. Im Spital
Kashikishi ist eine neue Röntgenanlage in
Funktion, dies danke der Initiative von Andy Nidecker
und einer Teilfinanzierung der Gemeinde Reinach/BL.
Die Anästhesiefachleute Caroline Stade und
René Fehlmann haben einen modernen
Anästhesiedienst organisiert, das nötige
Material beschafft und das Know-how weitergegeben.
Auch die Rotarier und Förderverein-Mitglieder
Rolf Metzger und Urs Herzog setzen ihre Aufbauarbeiten
im Bereiche Zahnmedizin und Chirurgie zielstrebig
fort. Erwähnenswert bleibt die
Medikamentenversorgung an das Spital Kashikishi mit
einem Halbjahresbedarf. An der Generalversammlung wird
Tommi Renz über die neuesten Eindrücke und
Entwicklungen mündlich berichten; er wird dann
direkt von seiner letzten Mission zurück sein. Er
ist das Herz dieses Projektes und besitzt dank seiner
vielen Reisen den differenziertesten
Überblick.
Im kommenden Jahr 2001 steht ein Grossanlass bevor:
"Afrika in Basel und Basel in Afrika" wird eine
Veranstaltung werden, in der viele in Afrika
engagierte Organisationen und Institutionen ihre
Arbeit vorstellen. Diese reiht sich in die
Manifestationen der 500-Jahr-Feier der Aufnahme des
Standes Basel in die Eidgenossenschaft ein und soll
die vielfältigen Beziehungen zwischen Afrika und
Basel aufzeigen. Andy Nidecker präsidiert das
Unterstützungskomitee dieses Afrika-Events und
wir freuen uns jetzt schon auf tolles Erlebnis.
An alle Aktivmitglieder, Gönner, Institutionen
und Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich möchte
ich meinen herzlichsten Dank aussprechen. Ihre
Unterstützung ist essentiell wichtig und macht
Mut, die Projekte fortzusetzen. Ich spüre unter
den Aktiven eine grosse Unternehmungslust und einen
starken Willen, Neues in Angriff zu nehmen.
Ich wünsche uns viel Mut, Ausdauer und
Kreativität, die geschilderten Aufgaben -
nutzbringend für die benachteiligten Menschen in
den Projektländern und bereichernd für uns -
weiter voran zu bringen.
Dr. Hans-Ruedi
Banderet-Richner
Präsident